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Close-up of gloved hands passing the surgical scissors, operatin

Die Ursache für eine Entzündung im Afterbereich mit Ausbildung eines Abszesses ist häufig eine sogenannte Analfistel.

Ausgehend von einer Entzündung der embryonal angelegten Proktodealdrüsen im umliegenden Gewebe des Afters (Intersphinctärraum), kommt es zur Ausbildung eines Fistelganges nach außen. Dabei gibt es verschiedene Verlaufsformen.

Die akute Entzündung macht sich durch Schmerzen, Rötung und Schwellung im umliegenden äußerlichen Afterbereich bemerkbar.
Wir sprechen dann von einem Analabszeß.

Die chronische Verlaufsform ist gekennzeichnet durch wiederholte eitrige Absonderungen aus einer nach außen bestehenden Fistelöffnung.

Da die Entzündung oft auf den Schließmuskel übergeht und dadurch die Kontinenzfunktion beeinträchtigt werden kann , ist jedes Auftreten einer Analfistel eine Operationsanzeige.

  • Ziel der Operation ist es, wiederholte Entzündungen in diesem Bereich entgegenzuwirken.
  • Die Behandlung dieses Krankheitsbildes ist oft ein zweizeitiges.
  • Zunächst wird der Abszeß von außen über einen Schnitt entleert, um eine fortschreitende Entzündung aufzuhalten.
  • Bei Vorliegen einer Analfistel, wird, um weitere Entzündungen zu vermeiden, ein Gummiband oder ein Faden eingelegt.
  • Im Intervall, nach Abklingen sämtlicher Entzündungszeichen (in der Regel 6-12 Wochen), erfolgt die Fisteloperation.
  • Die Fistel kann verschiedene Wege eingenommen haben. Wir benutzen dabei eine Einteilung des Fistelverlaufes entsprechend der Lage zum inneren Schließmuskel (Einteilung nach Parks).
  • Das Ziel der Operation ist es, die Sanierung und damit einen dauerhaften Verschluss der Fistel zu gewährleisten.
  • Da die Fistel im unterschiedlichen Maße das Gewebe des Schließmuskels durchdringen kann, kommen verschiedene Operationsmethoden zur Anwendung.
  • Die häufigsten Operationsmethoden sind:
  1. primäre Durchtrennung oberflächlicher Fisteln
  2. Exzision der Fistel mit direkter Naht des Schließmuskels
  3. Flap- Technik (Exzision der Fistel, innerer Fistelverschluß mit Lappenplastik)
  4. LIFT- Verfahren (Durchtrennung der Fistel durch Ligatur)
  5. Okklusionstechniken (Plugverfahren)

Die Heilungs- und Inkontinenzraten einzelner operativer Eingriffe unterscheiden sich voneinander. Deshalb ist der Patient im Vorfeld  darüber aufzuklären.